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Umgang mit Farbe

Inhaltliche Zusammenhänge farblich codieren

Die Verwendung von Farbcodes hilft uns, Dinge und Sachverhalte zu unterscheiden. Jede Informationseinheit kann in einer eigenen Farbe gestaltet werden. Alles, was in einem inhaltlichen Zusammenhang steht, wird in derselben Farbe dargestellt, so dass die Nutzer die verschiedenen Informationen gut strukturiert aufnehmen können.

Teilen macht Freude

Was ist Farbe und wie ist ihre Wirkung?

Farbe ist ein durch das Auge vermittelter Sinneseindruck, der durch Licht hervorgerufen wird, genauer durch die Wahrnehmung von Licht(-strahlen) einer gegebenen spektralen Zusammensetzung. Es ist der visuelle Sinneseindruck, durch den sich zwei aneinandergrenzende, strukturlose Teile des Gesichtsfeldes bei einäugiger Beobachtung mit unbewegtem Auge allein unterscheiden lassen.

Gefühle

Symbolik

Geschmack

Charakter

Funktion und Verwendung von Farben

Farbe ist eines der wichtigsten Elemente in der Markenidentität. Aber Farben haben auch andere Funktionen:
  • Farben ordnen
  • Farben verbinden
  • Farben typisieren
  • Farben stellen Beziehungen her
  • Farben kennzeichnen
  • Farben signalisieren
Ordnen
Verbinden
Typisieren
Beziehung herstellen
Kennzeichnen
Signalisieren

Die wichtigsten Hinweise zur Verwendung von Farben

Damit Informationen innerhalb von Informationseinheiten gut verarbeitbar
sind, sollte man

  • ein Zuviel an farbiger Gestaltung vermeiden (Richtlinie: max. 4 Farben)
  • eine einfache Gestaltung bevorzugen
  • sich immer wieder mit Schwarz-Weiss auseinandersetzen
  • Farben sparsam, aber effektiv einsetzen
  • Inhalte in Informationsebenen unterteilen und Farbe als Gliederungshilfe einsetzen
  • die Stimmungen der Farben einsetzen
  • immer danach fragen, ob die Farbe angebracht ist

Kontrast und Harmonie

Unter Farbkontrasten verstehen wir Farbzusammenstellungen, die auf der einen Seite unterschiedliche, gegensätzliche Richtungen aufweisen und auf der anderen Seite sich ergänzen und anziehen.
Dabei geht es immer um Eigenschaften, die mittels der Kontrastlehre zum Ausdruck gebracht werden.

Wir unterscheiden verschiedene Farbkontraste:
Helligkeit (hell – dunkel)
Wärme (warm – kalt)
Sättigung (leuchtend – stumpf)
Buntheit (bunt – unbunt)
Menge (viel – wenig)

Farbharmonien

Wenn wir uns mit den Farbkontrasten auseinandersetzen, dann beschäftigen wir uns eigentlich mit den Farbharmonien.
Farbharmonien sind Gesetzmässigkeiten, Ordnungen, welche die beteiligten Farben zusammen aufweisen.
Ordnungen und Gemeinsamkeiten sind:
  • die Gegensätze
  • die Helligkeit
  • die Trübung
  • die Farbtönung
  • die Gleichabständigkeit
Zwei Farbtöne harmonieren aufgrund ihrer gegensätzlichen Beziehung:
  • hell – dunkel
  • warm – kalt
  • leuchtend – stumpf
  • bunt – unbunt
Farbtöne harmonieren aufgrund ihrer inneren Verwandtschaft:
  • Farben mit gleicher Helligkeit, gleicher Trübung oder gleichem Farbton
  • Mehr als zwei Farbtöne harmonieren, wenn sie im Farbtonkreis gleichabständig sind
  • 3 Farben: gleichseitiges Dreieck
  • 4 Farben: Quadrat

Einsatz von Farben am Bildschirm

Wir wissen heute, dass Grundfarben in grossen Flächen aufregender wirken und eine ermüdende Wirkung haben.
Gedämpfte (d.h. verhüllte und abgedunkelte, aufgehellte, mitteltönige) Farben wirken dagegen anregend und stimulierend. Damit dennoch eine gewisse Spannung in das gewählte Kolorit kommt, benötigt man zusätzliche kräfterigere Akzentfarben. Ergonomische Farben sollten grossflächig, Akzentfarben kleinflächig eingesetzt werden.
Funktionsbestimmte Kriterien beim Einsatz von Farben am Monitor
  • keine Blendungsreflexe
  • keine Helligkeitssprünge
  • grosse Nachfarbenneutralität
  • eher mittelwertige Farben
Emotionsbestimmte Kriterien beim Einsatz von Farben am Monitor
  • grosse Individualakzeptanz
  • grosse Kollektivakzeptanz
  • eher trendgerechte Töne
  • Farben mit Befreundungspotenzial
Der Farbkreis kann als Gestaltungsempfehlung nach farbergonomischen Gesichtspunkten eingesetzt werden. Jeder Farbring lässt sich drehen – neue Kombinationen entstehen.
Innerer Ring
Die Begleittöne dienen zur Raumbetonung und dem Gestalten von Details
Mittlerer Ring
Die ergonomische Farbtöne werden für grössere Flächen eingesetzt
Äusserer Ring
Akzenttöne – sollten nur kleinflächig eingesetzt werden

Tooltips

Für das zusammenstellen von Farben kann mit dem Illustrator oder dem Photoshop gearbeitet werden. Wichtig ist zu Beginn das gewünschte Farbsystem einzustellen.
Beim Erstellen eines Farbkonzepts im Illustrator kann man das Farbhilfebedienfeld als Hilfsmittel zur Farbinspiration nutzen.
Basierend auf der aktuellen Farbe im Werkzeugbedienfeld wird im Farbhilfebedienfeld ein Vorschlag für harmonische Farben generiert.
Die im Farbhilfebedienfeld erzeugten Farben lassen sich auf unterschiedliche Weise bearbeiten, etwa durch ändern der Harmonieregel oder Anpassen der Variationsart (z. B. Farbtöne/Schattierungen oder strahlend/gedeckt) und der Anzahl der Farben in der Variation.

Farbenblindheit und Farbfehlsichtigkeit

Gemäss ISO Norm 9241-8 sind zwar nur 1 Person von 100‘000 der Bevölkerung farbenblind.
Jedoch sind 8% der Männer und 0,5% der Frauen farbenfehlsichtig. Am meisten können die Farben Rot, Gelb und Grün nicht unterschieden werden. Auch Cyan und Weiss sowie Blau und Violett werden leicht verwechselt.
Mit so genannten Ishihara-Tafeln, die 1917 in Japan entwickelt wurden, lässt sich feststellen, ob bzw. welche Farbenfehlsichtigkeit vorliegt.
Tafel 1 oben links
Bei dieser Tafel erkennt der Nichtfehlsichtige eine 8 und der Rot-Grün-Blinde eine 3 oder keine Zahl.
Tafel 2 oben rechts
Bei dieser Tafel ist eine 7 zu lesen und der Farbenfehlsichtige erkennt keine Zahl.
Tafel 3 unten links
Diese Tafel zeigt eine 35. Grün-Blinde erkennen eine 3, Rot-Blinde eine 5. Schwachfehlsichtige erkennen beide Ziffern, aber entsprechend undeutlicher.
Monochromasie
Lebewesen mit nur einem farbenvermittelndem Rezeptor
(rot, grün, blau oder UV) sind Monochromaten. Sie können keine
differenzierbaren Farben, sondern lediglich Graustufen wahrnehmen.
Dichromasie
Lebewesen mit zwei Zapfenarten für das Farbempfinden werden Dichromaten genannt. Menschen, bei denen ein Farbrezeptor defekt ist, zählen dazu.
Protanopen
fehlen die L-Zapfen (L für long / langwelliges Licht). Sie haben keine Möglichkeit, die über die L-Zapfen gesteuerten Sinnesreize (die durch einstrahlendes Licht / Photonen ausgelöst werden) zu verarbeiten.
Da das Licht, das die L-Zapfen anregt, hauptsächlich im roten Spektralbereich liegt, spricht man von Rotblindheit.
Deuteranopen

fehlen die M-Zapfen (M für medium / mittel). Dies sind die Zapfen, die hauptsächlich auf Licht im grünen Farbbereich reagieren. Daher spricht man von Grünblindheit.
Die vorgenannten werden zusammenfassend als Rot-Grün-Sehschwäche
bezeichnet. Protanope und Deuteranope werden als rot- oder grünblind bezeichnet. Ein Sonderfall ist die Blauzapfenmonochromasie, bei der Rot- und Grünblindheit gleichzeitig vorliegt.

Tritanopen
fehlen die S-Zapfen (S für short) oder (auf deutsch) die K-Zapfen (K für kurz). Betroffene sind blaublind. Man spricht von Blau-Gelb-Sehschwäche. Diese ist viel seltener als die Rot / Grün-Sehschwäche.